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Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland – Aktuelle Zahlen 2024

Felix Lukas Weber Koch • 2026-04-10 • Gepruft von Daniel Becker

Die Frage nach der Anzahl der Millionäre in Deutschland beschäftigt Forscher, Wirtschaftsjournalisten und die Öffentlichkeit gleichermaßen. Aktuelle Zahlen von namhaften Instituten zeichnen ein differenziertes Bild der Vermögensverteilung im Land.

Je nach Erhebungsmethode und Definition schwanken die Angaben erheblich. Während die UBS von rund 2,82 Millionen Vermögensmillionären im Jahr 2023 ausgeht, meldet der Capgemini World Wealth Report für 2024 einen Rückgang auf etwa 1,6 Millionen. Diese Diskrepanz erklärt sich durch unterschiedliche Berechnungsgrundlagen, Erhebungszeitpunkte und Währungsumrechnungen.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der absoluten Zahl der Millionäre einen der führenden Plätze. Gleichzeitig fällt das Durchschnittsvermögen hierzulande bescheidener aus als in vielen anderen Industrienationen.

Wie viele Millionäre gibt es derzeit in Deutschland?

Die aktuellste verfügbare Gesamtzahl stammt aus dem Jahr 2023. Nach Angaben der UBS lebten damals etwa 2,82 Millionen Vermögensmillionäre in Deutschland, was einem Bevölkerungsanteil von rund 3,3 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr mit 2,6 Millionen bedeutet dies einen Zuwachs von etwa 220.000 Personen.

2,82 Mio.
Vermögensmillionäre (USD)
3,3 %
Anteil an Bevölkerung
+220.000
Zuwachs gegenüber 2022
30.000
Einkommensmillionäre (EUR)

Für Schlagzeilen sorgte der Capgemini World Wealth Report, der für 2024 einen Rückgang auf 1,6 Millionen Millionäre meldete. Der Rückgang um 41.000 Personen erklärt sich laut Bericht durch sinkende Immobilienpreise, die das Gesamtvermögen vieler Haushalte unter die Millionengrenze drückten. Parallel dazu stieg jedoch das kumulierte Vermögen der deutschen Millionärsgruppe auf 6,32 Billionen US-Dollar.

Zentrale Erkenntnisse zur Millionärsverteilung

  • Bayern führt bei Einkommensmillionären mit 6.801 Personen (Stand 2020) vor Nordrhein-Westfalen
  • Der Hochtaunuskreis weist mit einem Millionär pro 360 Einwohner die höchste Dichte auf
  • München kommt auf etwa 1.500 Vermögensmillionäre bei einer Dichte von 164 pro 100.000 Einwohner
  • Immobilien, Unternehmensanteile und Aktienanlagen gelten als Haupttreiber des Vermögenswachstums
  • Das Geldvermögen der deutschen Haushalte erreichte Ende 2024 laut Bundesbank ein Rekordhoch von 9.050 Milliarden Euro
  • 249 Milliardäre lebten Stand September 2024 in Deutschland, inklusive Familienmitglieder
Jahr Anzahl (Mio.) Quelle Definition
2022 2,60 UBS Netto USD
2023 2,82 UBS Netto USD
2024 1,60 Capgemini Netto USD
2028 (Prognose) 3,23 UBS Netto USD

In welchen Regionen und Städten leben die meisten Millionäre?

Die geografische Verteilung der Millionäre in Deutschland folgt einem klaren Muster: Ballungsräume mit hoher Wirtschaftskraft und lukrativen Industrien beherbergen die größten Konzentrationen. Süddeutschland, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg, sowie das Rhein-Main-Gebiet und große Stadtstaaten wie Hamburg und Bremen dominieren das Ranking.

Vermögensmillionäre nach Bundesländern

Bei den absoluten Zahlen führt Nordrhein-Westfalen das Ranking an, was angesichts der Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft des bevölkerungsreichsten Bundeslandes nicht überrascht. Bayern folgt als zweitgrößter Millionärsstandort, vor Baden-Württemberg. Diese drei Länder vereinen den Großteil des deutschen Millionärsvermögens auf sich.

Anders sieht es bei der Millionärsdichte aus. Hier dominiert der ländliche Hochtaunuskreis im Taunus nördlich von Frankfurt mit einem Vermögensmillionär pro 360 Einwohnern. Das zeigt, dass Wohlstand nicht nur in Metropolen konzentriert ist, sondern auch in wohlhabenden Vorortregionen prosperiert.

Top-10-Städte nach Millionärsdichte

  • Hochtaunuskreis: 1 pro 360 Einwohner
  • Düsseldorf: 171 pro 100.000 Einwohner
  • München: 164 pro 100.000 Einwohner (ca. 1.500 absolut)
  • Stuttgart: 135 pro 100.000 Einwohner
  • Hamburg: 124 pro 100.000 Einwohner (ca. 1.300 absolut)
  • Frankfurt: 124 pro 100.000 Einwohner
  • Köln: 97 pro 100.000 Einwohner
  • Essen: 67 pro 100.000 Einwohner
  • Berlin: 58 pro 100.000 Einwohner
  • Dortmund: 49 pro 100.000 Einwohner
Unterschiedliche Erhebungen

Die Dichteangaben basieren auf Einkommensmillionären, deren Zahlen von 2020 und 2021 stammen. Für aktuellere Schätzungen zur Vermögensmillionärsdichte fehlen öffentlich zugängliche regionalisierte Daten der internationalen Institute.

Wie hat sich die Anzahl der Millionäre in Deutschland entwickelt?

Die Entwicklung der Millionärszahlen in Deutschland folgt über weite Strecken dem konjunkturellen Auf und Ab der Wirtschaft. Nach einem stetigen Anstieg in den Jahren vor der Pandemie beschleunigte sich das Wachstum ab 2021 deutlich. Als Treiber wirkten steigende Immobilienpreise, boomende Aktienmärkte und erhöhte Unternehmensbewertungen.

Historische Entwicklung und Wachstumstreiber

Die UBS-Daten zeigen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend: Von etwa 1,2 Millionen Millionären im Jahr 2019 über 1,3 Millionen im Jahr 2021 bis auf 2,82 Millionen im Jahr 2023. Dieser Sprung um mehr als 130 Prozent in vier Jahren reflektiert sowohl reale Vermögenszuwächse als auch Effekte aus Währungsbewegungen und Methodenänderungen.

Im Gegensatz dazu meldet das Private Banking Magazin mit Verweis auf den UBS Global Wealth Report 2024 eine Prognose von 14 Prozent Wachstum bis 2028 auf dann 3,23 Millionen Vermögensmillionäre. Weltweit sollen 2023 bereits 58 Millionen Menschen die Millionengrenze überschritten haben.

Rekordvermögen

Trotz der divergierenden Millionärszahlen in den verschiedenen Berichten stimmen die Quellen darin überein, dass das Gesamtvermögen der deutschen Haushalte neue Höchststände erreicht hat. Die Bundesbank bezifferte das Geldvermögen Ende 2024 auf 9.050 Milliarden Euro.

Warum sinken die Zahlen laut Capgemini?

Der Widerspruch zwischen UBS- und Capgemini-Zahlen erklärt sich durch unterschiedliche Erhebungsmethoden und Bewertungsansätze. Capgemini berücksichtigt explizit die Auswirkungen der Immobilienpreiskorrektur, die besonders Eigentümer von Wohnimmobilien traf. Sinkende Immobilienwerte reduzierten bei vielen Haushalten das Nettovermögen, selbst wenn Bankeinlagen oder Wertpapiere stabil blieben oder zunahmen.

Wie schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern ab?

Im globalen Maßstab gehört Deutschland zu den führenden Nationen bei der absoluten Zahl der Vermögensmillionäre. Je nach Erhebung belegt das Land Platz 5 oder 6 weltweit, direkt hinter den USA, China, Japan, Großbritannien und Frankreich. Diese Position spiegelt die Bedeutung der deutschen Volkswirtschaft als viertgrößte der Welt wider.

Weniger schmeichelhaft fällt der Vergleich beim Durchschnittsvermögen aus. Mit etwa 257.000 US-Dollar pro Erwachsenem rangiert Deutschland laut UBS nur auf Rang 17 bis 19 international. Zum Vergleich: Die Schweiz führt mit 687.000 US-Dollar pro Kopf, die USA folgen mit 620.000 und Hongkong mit 601.000 US-Dollar.

Internationale Rangliste (Durchschnittsvermögen)

  • Schweiz: 687.000 USD
  • USA: 620.000 USD
  • Hongkong: 601.000 USD
  • Großbritannien: über 350.000 USD
  • Frankreich: über 300.000 USD
  • Deutschland: 257.000 USD
Methodenunterschiede

Die Vergleiche basieren auf unterschiedlichen Erhebungen von UBS und Capgemini. Während UBS eine breitere Definition anwendet, arbeitet Capgemini mit engeren Kriterien, was zu niedrigeren absoluten Zahlen führt.

Was zählt als Millionär und welche Quellen liefern die Zahlen?

Die Frage, wer als Millionär gilt, klingt simpel, ist es aber nicht. Zwei grundlegend verschiedene Definitionen werden in der Praxis verwendet, die zu erheblich abweichenden Ergebnissen führen.

Vermögensmillionäre versus Einkommensmillionäre

Als Vermögensmillionär gilt, wer ein Nettovermögen von mehr als einer Million US-Dollar besitzt. Gemeint ist das frei verfügbare Vermögen nach Abzug aller Verbindlichkeiten. Die Frage, ob der Hauptwohnsitz einbezogen wird, ist dabei nicht abschließend geklärt und variiert zwischen den Erhebungen.

Als Einkommensmillionär gilt, wer ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens einer Million Euro erzielt. Diese Gruppe ist mit etwa 30.000 Personen in Deutschland deutlich kleiner als die der Vermögensmillionäre. Die Daten stammen überwiegend aus Steuerstatistiken und liegen entsprechend zeitverzögert vor.

Warum schwanken die Zahlen so stark?

Mehrere Faktoren beeinflussen die Millionärsstatistiken:

  • Die verwendete Währung (USD oder EUR) mit entsprechendem Wechselkurseffekt
  • Der Zeitpunkt der Erhebung und die Aktualität der Daten
  • Die Definition des Nettovermögens (inklusive oder exklusive Immobilien)
  • Verschiedene Stichprobengrößen und Hochrechnungsmethoden
  • Berücksichtigung oder Nichtberücksichtigung von Familieneigentum

Die Inflation spielt ebenfalls eine Rolle, auch wenn sie in den vorliegenden Quellen nicht explizit quantifiziert wird. Sinkende Immobilienpreise im Jahr 2024 führten laut Capgemini dazu, dass einige Haushalte unter die Millionengrenze fielen, ohne dass sich ihre liquiden Mittel verringert hätten.

Zeitliche Entwicklung der Millionärszahlen in Deutschland

Die folgenden Meilensteine fassen die Entwicklung der Millionärszahlen in Deutschland über die vergangenen Jahre zusammen:

  1. 2019: Rund 1,2 Millionen Vermögensmillionäre nach UBS
  2. 2021: Anstieg auf etwa 1,3 Millionen trotz Pandemie
  3. 2022: Weiterer Anstieg auf 2,6 Millionen
  4. 2023: Starkes Wachstum auf 2,82 Millionen
  5. 2024: Capgemini meldet Rückgang auf 1,6 Millionen; UBS sieht weiteres Wachstum
  6. 2028 (Prognose): UBS erwartet 3,23 Millionen Vermögensmillionäre

Quellen: Sparkasse, Private Banking Magazin, Spiegel

Was ist gesichert – wo bestehen Unsicherheiten?

Angesichts der unterschiedlichen Zahlen lohnt sich ein Blick auf den Kenntnisstand:

Gesicherte Informationen Unsichere Faktoren
Deutschland gehört zu den Top-5 bis Top-10 weltweit bei Millionärszahl Exakte aktuelle Zahl für 2024 (je nach Quelle unterschiedlich)
Starkes Wachstum 2022/2023 laut UBS EUR-Äquivalent der Millionärszahl durch Wechselkursschwankungen
Rückgang 2024 laut Capgemini durch Immobilienpreise Regionale Verteilung der USD-Vermögensmillionäre
Süddeutschland und Großstädte als Zentren Auswirkung der Inflation auf langfristige Vergleiche
Rekordstand des Geldvermögens der Haushalte Exakte Zahl der Euro-Millionäre für 2023/2024

Was bedeuten die Zahlen im Kontext?

Die Millionärsstatistiken reflektieren grundlegende Trends der deutschen Wirtschaft. Das Rekordwachstum der privaten Geldvermögen resultiert aus einer Kombination hoher Ersparnisquoten, niedriger Zinsen und steigender Vermögenswerte an den Kapitalmärkten.

Gleichzeitig wächst die Vermögensungleichheit. Der UBS Global Wealth Report 2024 schätzt, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten weltweit Erbschaften im Wert von 83 Billionen US-Dollar übertragen werden. Deutschland bleibt dabei hinter führenden Nationen beim Durchschnittsvermögen zurück.

Der Rückgang bei Capgemini für 2024 illustriert, wie sensibel die Millionärszahlen auf Marktveränderungen reagieren. Sinkende Immobilienpreise können innerhalb weniger Monate Tausende Haushalte unter die symbolische Millionengrenze drücken, ohne dass sich ihre wirtschaftliche Situation fundamental verändert hätte.

Welche Quellen liefern die verlässlichsten Zahlen?

Drei Institutionen dominieren die Diskussion um die Millionärsstatistik in Deutschland:

„Deutschland steigt im Ranking” – so kommentiert der UBS Global Wealth Report 2024 die Position des Landes bei der absoluten Millionärszahl.

UBS Global Wealth Report 2024

Die UBS liefert mit dem jährlichen Global Wealth Report die umfassendste globale Datenbasis. Das Institut befragt Haushalte direkt und kombiniert die Ergebnisse mit makroökonomischen Daten. Die Methode führt tendenziell zu höheren Zahlen.

Der Capgemini World Wealth Report konzentriert sich stärker auf Hochvermögende und berücksichtigt Immobilienpreiseffekte intensiver. Die niedrigeren Zahlen spiegeln diese engere Definition wider.

Für regionale Einkommensmillionärsdaten bietet Statista mit Verweis auf Steuerstatistiken eine verlässliche Quelle, wenngleich die Zahlen je nach Erhebungsjahr zeitverzögert vorliegen.

Weltweit gab es 2023 insgesamt 58 Millionen Millionäre, wobei die Region Asia-Pacific das stärkste Wachstum verzeichnete.

UBS Global Wealth Report

Zusammenfassung und Ausblick

Die Frage nach der Anzahl der Millionäre in Deutschland lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Je nach Definition und Quelle schwanken die Angaben zwischen 1,6 und 2,82 Millionen für das Jahr 2024. Klar ist: Deutschland gehört zu den führenden Nationen weltweit, muss sich beim Durchschnittsvermögen jedoch mit hinteren Plätzen begnügen.

Die regionale Verteilung zeigt eine deutliche Konzentration in Süddeutschland, den Großstädten und wohlhabenden Vorortregionen. München, Düsseldorf, Frankfurt und der Hochtaunuskreis führen bei der Dichte. Prognosen der UBS deuten auf weiteres Wachstum bis 2028 hin, während Capgemini kurzfristige Rückgänge durch Immobilienpreiskorrekturen erwartet.

Wer die genauen Zahlen nachvollziehen möchte, findet auf Nordkurier24 eine Erklärung zum Unterschied zwischen Brutto und Netto, die bei der Einordnung von Vermögenswerten hilfreich sein kann.

Häufige Fragen zu Millionären in Deutschland

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland 2024?

Die Angaben variieren je nach Quelle. Die UBS meldete 2,82 Millionen für 2023, während Capgemini für 2024 etwa 1,6 Millionen angibt. Der Unterschied resultiert aus verschiedenen Erhebungsmethoden.

Welche Städte haben die meisten Millionäre?

Nach Dichte führt der Hochtaunuskreis vor Düsseldorf und München. Bei absoluten Zahlen dominieren München mit etwa 1.500 und Hamburg mit rund 1.300 Einkommensmillionären.

Was ist der Unterschied zwischen Vermögens- und Einkommensmillionären?

Vermögensmillionäre besitzen mehr als 1 Million US-Dollar an Nettovermögen. Einkommensmillionäre erzielen jährlich mindestens 1 Million Euro Bruttoeinkommen. Die Gruppen überschneiden sich teilweise, sind aber nicht identisch.

Wie entwickeln sich die Zahlen in Zukunft?

Die UBS prognostiziert ein Wachstum um 14 Prozent bis 2028 auf 3,23 Millionen Vermögensmillionäre. Capgemini erwartet kurzfristig Rückgänge durch sinkende Immobilienpreise.

Wie international vergleichbar sind die Zahlen?

Deutschland belegt Platz 5 oder 6 weltweit bei absoluter Millionärszahl. Beim Durchschnittsvermögen (257.000 USD) rangiert das Land jedoch nur auf Platz 17 bis 19.

Welche Faktoren beeinflussen die Millionärszahlen?

Immobilienpreise, Aktienkurse, Unternehmensbewertungen, Wechselkurse und die Methodik der Erhebung beeinflussen die Statistik. Inflation und Zinsentwicklung wirken sich indirekt über Vermögenswerte aus.

Wie viele Milliardäre gibt es in Deutschland?

Stand September 2024 lebten 249 Milliardäre in Deutschland, einschließlich Familienmitglieder. Die Quelle ist das Statista-Portal mit Verweis auf entsprechende Erhebungen.

Warum gibt es unterschiedliche Zahlen für das gleiche Jahr?

UBS und Capgemini verwenden verschiedene Methoden, Stichprobengrößen und Definitionen. UBS berücksichtigt breitere Vermögenswerte, während Capgemini Immobilienpreiseffekte stärker gewichtet.


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